Zeit… zwischen Himmel und Erde

2017 – Hotel Giardino, Marling

Zahlreiche Schöpfungsgeschichten erzählen von der Trennung von Himmel und Erde.

Ob im alten Griechenland, in Mesopotamien, in Afrika, in Südamerika, von Alaska bis in den fernen Osten, vom Sudan bis nach Lettland. Ob sie Abassi und Atai heißen oder Rangi und Papa…es sind stets Spaltungsmythen, ergreifende, verwirrende, humorvolle oder auch erbarmungslose Geschichten.

Vor langer, langer Zeit trennte nichts den Himmel und die Erde. Himmel und Erde waren ein sich umarmendes Paar, wie Nut die Göttin des Himmels und Geb der Gott der Erde in Ägypten. Wie Gaia die Göttin der Erde und Uranos der Gott des Himmels in Griechenland aus deren Vereinigung Kronos hervorgeht. Die Frucht der Vollkommenheit möchte man meinen hätte nicht der Sohn seinen Vater später mit einer Sichel entmannt. Ein Schnitt. Dennoch entsteht das goldene Zeitalter, eine friedliche Welt und glückliche Menschen: Ziel allen Wollens. Vielleicht ist das mit ein Grund weshalb Kronos später mit Chronos gleichgesetzt wurde, dem geflügelten Gott der Zeit. Sehnsucht spiegelt sich im Gleichklang und strebt nach Dauer.

Freilich gibt es daneben auch Geschichten die von der Möglichkeit einer Verbindung in Form einer Himmelsleiter, eines Seils, einer Treppe erzählen und damit einen paradiesischen Zustand schildern. Getrennt und doch verbunden. Trennung erzeugt Raum und Zeit, aber auch Polarität, oben und unten, Mann und Frau, Himmel und Erde, Leben und Tod. Trennung schafft Abstand, Bewegung nicht Stillstand und Leben das wiederum nach Vereinigung strebt.

Die Welt als Ort sich ergänzender Zweiheit in der ein Aufheben der Gegensätze Rückkehr ins Chaos bedeutet, nicht Ordnung, sondern erneut Ursuppe aus der alles entstand.

Installation mit 25 Köpfen aus Steinzeug, verspiegelt und hinterleuchtet. Die Farbtemperatur des Lichts passt sich von morgens bis abends dem Tageslicht an.